Zu erkennen, ob eine Website vertrauenswürdig ist, bevor man seine persönlichen Daten oder Kreditkartendaten eingibt, ist für jeden, der online einkauft, mittlerweile zur täglichen Routine geworden, doch es gibt nach wie vor nur wenige konkrete Hilfsmittel, die Verbraucher tatsächlich nutzen, bevor sie eine Bestellung abschließen. Betrüger haben ihre Techniken zum Klonen seriöser Websites verfeinert und kopieren Logos, Layouts und sogar Bewertungen – daher reicht ein flüchtiger Blick auf das Design der Seite nicht mehr aus. Um festzustellen, ob eine Website vertrauenswürdig ist, bedarf es heute einer Methode, die aus technischen und verhaltensbezogenen Prüfungen besteht, die für sich genommen wenig aussagen, zusammen jedoch ein recht klares Bild ergeben.
Die Domain verrät mehr, als man denkt
Das erste Element, auf das man achten sollte, ist die Adresse der Website selbst. Viele betrügerische Portale verwenden Domains, die bekannte Marken mit minimalen Abweichungen imitieren: ein doppelter Buchstabe, ein Bindestrich an einer Stelle, an der er nicht sein sollte, eine ungewöhnliche Endung anstelle der klassischen .it oder .com. Es lohnt sich zu prüfen, seit wann die Domain registriert ist, denn eine Website, die erst seit wenigen Wochen existiert und Produkte zu stark reduzierten Preisen verkauft, ist ein Signal, das Aufmerksamkeit verdient – vor allem, wenn dies mit aggressiver Werbung in den sozialen Medien einhergeht. Auch das Vorhandensein des Sicherheitsprotokolls HTTPS ist, obwohl es mittlerweile ein weit verbreiteter Standard ist und keine absolute Garantie mehr darstellt wie früher, nach wie vor eine Mindestprüfung, die man vornehmen sollte: Sein Fehlen bei einem Online-Shop ist bereits an sich ein Grund, den Kauf abzubrechen.
Unternehmensdaten sind kein bürokratisches Detail
Eine Website, die in Italien Waren oder Dienstleistungen verkauft, ist gesetzlich verpflichtet, genaue Angaben zur Identität des Verkäufers zu machen: Firmenname, Firmensitz, Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, E-Mail-Adresse und echte Kontaktdaten. Diese Angaben finden sich in der Regel im Bereich „Über uns“ oder im Impressum am Ende der Seite, und ihr Fehlen, ihre Unbestimmtheit oder offensichtliche Unstimmigkeiten sind eines der zuverlässigsten Anzeichen dafür, dass eine Website zum Zweck des Betrugs erstellt wurde. Gemäß dem Verbraucherschutzgesetz ist der Gewerbetreibende verpflichtet, sein Unternehmen vor Vertragsabschluss identifizierbar zu machen, und das Fehlen dieser Angaben setzt den Käufer konkreten Risiken aus, sollte es zu Problemen beim Versand, bei der Rücksendung oder bei der Rückerstattung kommen.
Die Verkaufsbedingungen und die Rückgabebedingungen
Eine seriöse Website veröffentlicht stets klare, verständliche und leicht auffindbare Geschäftsbedingungen mit genauen Angaben zu Lieferzeiten, Rückgabemodalitäten, Widerrufsrecht und der Bearbeitung von Reklamationen. Wenn diese Dokumente fehlen, in ungenauem Italienisch verfasst sind oder offensichtlich von anderen Portalen kopiert wurden und keinen Bezug zum verkauften Produkt haben, ist dies ein Hinweis, der ernst genommen werden sollte. Auch die Auswahl der angebotenen Zahlungsmethoden ist aufschlussreich: Die Forderung, ausschließlich per Vorab-Banküberweisung zu bezahlen, ohne Alternativen wie Kreditkarte oder nachverfolgbare Zahlungssysteme mit Garantien für den Käufer, gehört zu den häufigsten Anzeichen für Online-Betrug, die von den Aufsichtsbehörden dokumentiert wurden.
Bewertungen sollten kritisch betrachtet werden
Bewertungen, die auf einer Website oder auf externen Plattformen veröffentlicht werden, können hilfreich sein, sollten jedoch mit Vorsicht interpretiert werden: Bewertungen, die alle in einem kurzen Zeitraum konzentriert sind, in einem ähnlichen Stil verfasst sind oder übermäßig enthusiastisch wirken, ohne konkrete Details zum Produkt oder zur erhaltenen Dienstleistung zu enthalten, sind oft das Ergebnis automatisierter Systeme oder des Kaufs gefälschter Bewertungen. Eine wirklich vertrauenswürdige Website weist in der Regel eine Mischung aus Bewertungen auf, darunter auch einige kritische, die transparent behandelt werden, denn kein echtes Unternehmen erhält von jedem Kunden einstimmige Zustimmung.
Das Verhalten beim Surfen ist genauso wichtig wie die Inhalte
Es gibt Anzeichen, die sich erst beim Surfen auf der Website zeigen: aufdringliche Pop-ups, die dazu drängen, den Kauf innerhalb weniger Minuten abzuschließen, Lagerbestandsanzeigen, die künstlich auf Null zurückgesetzt werden, im Verhältnis zur Art des Kaufs unverhältnismäßige Abfragen persönlicher Daten sowie Zahlungsformulare, die auf andere Domains als die Ausgangsdomain weiterleiten. Diese Elemente, die typisch für psychologische Drucktechniken sind, mit denen die Kaufentscheidung beschleunigt werden soll, sollten immer Anlass zu einer kurzen Bedenkpause geben, bevor man fortfährt.
Was tun im Zweifelsfall?
Wenn die Gesamtbewertung Unsicherheiten aufkommen lässt, ist es am sinnvollsten, die Website vor Abschluss der Bestellung mit speziellen Tools zur Überprüfung der Vertrauenswürdigkeit zu überprüfen oder vor dem Fortfahren einen Screenshot der Seite zu erstellen, um im Falle eines betrügerischen Kaufs über nützliche Beweismittel zu verfügen. Keine einzelne Überprüfung ist für sich genommen ausschlaggebend, doch die Kombination mehrerer Überprüfungen verringert das Risiko, Opfer eines Online-Betrugs zu werden, erheblich.