Praktischer Leitfaden

LEITFADEN: SO SCHÜTZEN SIE SICH VOR BETRUG

Phishing, gefälschte Shops, verdächtige Anrufe, betrügerische Investitionen und unerwünschte Verträge: Ein klarer Leitfaden zum Stoppen, Überprüfen und Schützen Ihrer Daten, Ihres Geldes und Ihrer Identität.

Die Grundregel Wenn eine Nachricht Dringlichkeit erzeugt, nach Daten fragt oder zur sofortigen Zahlung auffordert, halten Sie inne und überprüfen Sie sie über einen unabhängigen Kanal.

Haben Sie eine Frage? Nicht klicken, nicht bezahlen, nicht antworten.

Betrugsmaschen funktionieren, weil sie Druck erzeugen: ein gesperrtes Konto, ein feststeckendes Paket, ein unwiderstehlicher Rabatt, eine Versicherung, die sofort bezahlt werden muss. Der beste Schutz ist, den Vorgang zu unterbrechen: Schließen Sie die Nachricht, klicken Sie nicht auf den erhaltenen Link und überprüfen Sie die Angaben auf der offiziellen Website oder über eine vertrauenswürdige Telefonnummer.

Die häufigsten Betrugsmaschen und wie man sie erkennt

Betrugsversuche können über Websites, E-Mails, SMS, Anrufe oder Anzeigen in sozialen Medien erfolgen. Der Kanal variiert, aber die Vorgehensweise ist fast immer dieselbe: scheinbares Vertrauen, Dringlichkeit, Informationsanfrage oder eine nicht rückgängig zu machende Zahlung.

Phishing ist eine E-Mail, die sich als Bank, Kurierdienst, Zahlungsplattform, Behörde oder bekannte Dienstleistungsunternehmen ausgibt. Die Nachricht fordert Sie auf, auf einen Link zu klicken, um eine Zahlung zu bestätigen, ein Konto zu entsperren, eine Rückerstattung zu erhalten oder eine Kontosperrung zu vermeiden. Der Link führt Sie auf eine gefälschte Webseite, auf der die von Ihnen eingegebenen Daten von Betrügern gesammelt werden.

Signal 1Der Absender scheint offiziell zu sein, aber die E-Mail-Domain stimmt nicht mit der des eigentlichen Dienstes überein.
Signal 2Der Text erzeugt Dringlichkeit: Konto gesperrt, Zahlung abgelehnt, Verifizierung erforderlich.
Signal 3Der angezeigte Link führt nicht zur offiziellen Domain oder verwendet ungewöhnliche Subdomains.
Signal 4In der E-Mail werden Passwörter, OTP-Codes, Kartendaten oder persönliche Dokumente abgefragt.
Was zu tun: Verwenden Sie nicht den erhaltenen Link. Öffnen Sie den Dienst, indem Sie die offizielle Adresse in Ihren Browser eingeben oder die vorinstallierte App nutzen. Falls Sie Ihre Bankdaten eingegeben haben, kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank und ändern Sie Ihre Zugangsdaten.

Smishing ist Phishing per SMS oder WhatsApp. Am häufigsten geht es dabei um das Entsperren von Paketen, Bußgelder, Mautgebühren, verdächtige Anmeldedaten, Boni, Rückerstattungen oder die Bestätigung von Bankkonten. Die Nachrichten sind kurz und zielen darauf ab, Sie zum Klicken zu verleiten, bevor Sie klar denken können.

Paket oder KurierSie verlangen ein paar Euro, um eine nicht existierende Lieferung freizuschalten.
Bank oder KarteSie warnen Sie vor einem verdächtigen Anmeldevorgang und leiten Sie auf eine gefälschte Seite weiter.
Öffentliche EinrichtungSie versprechen Rückerstattungen, Boni oder dringende Benachrichtigungen.
WhatsAppDie Nachricht stammt möglicherweise von kompromittierten Kontakten oder unbekannten Nummern.
Was zu tun: Öffnen Sie keine gekürzten oder verdächtigen Links. Überprüfen Sie die offizielle Website des Kurierdienstes, der Bank oder der Organisation. Installieren Sie keine Apps, die Sie per SMS erhalten haben.

Beim Vishing rufen Betrüger an und geben sich als Bankmitarbeiter, Polizist, IT-Techniker, Betrugsbekämpfungsberater oder Telefonist aus. Die angezeigte Nummer kann gefälscht sein: Eine bekannte Nummer allein reicht nicht aus, um einen sicheren Anruf zu gewährleisten.

OTP-CodesKeine Bank fragt telefonisch danach. Diejenigen, die es tun, versuchen, Transaktionen zu autorisieren.
Dringende VerlegungenFormulierungen wie „Konto in Gefahr“ oder „Sicherheitsüberweisung“ sind typisch für Betrug.
SpoofingDie Nummer mag die tatsächliche Nummer der Bank oder einer Organisation sein.
Psychischer DruckSie verhindern, dass Sie auflegen, sich melden oder irgendjemandem davon erzählen.
Was zu tun: Legen Sie auf und rufen Sie selbst die offizielle Nummer an. Geben Sie keine Codes, Passwörter, PINs, Kartennummern oder SPID/CIE-Daten weiter. Verdächtige Nummern können Sie mit NumeroSicuro überprüfen.

Gefälschte Online-Shops sind unseriöse oder betrügerische Anbieter. Sie versenden möglicherweise gar nichts, liefern andere Produkte als bestellt oder verschwinden nach wenigen Tagen. Oftmals verwenden sie aufwendige Grafiken, kopierte Kataloge und extrem hohe Rabatte, um seriös zu wirken.

ExtrempreiseSystematische Rabatte von 60, 70 oder 80 Prozent auf viele Produkte sind ein deutliches Zeichen für ein hohes Risiko.
Fehlende RechtsdatenEs fehlen die Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, der Firmenname, die physische Adresse, die zertifizierte E-Mail-Adresse (PEC) oder die tatsächliche Telefonnummer.
Schwache ZahlungenLediglich Banküberweisungen, Aufladungen, Kryptowährungen oder nicht umkehrbare Methoden erhöhen das Risiko.
Neue DomainEine neu erstellte Website, die teure Produkte verkauft, sollte sehr sorgfältig geprüft werden.
Was zu tun: Prüfen Sie vor dem Kauf die Website auf ShopSicuro, suchen Sie nach verifizierbaren rechtlichen Informationen, lesen Sie die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und nutzen Sie Zahlungsmethoden mit Käuferschutz.

Die Zahlungsmethode ist eines der wichtigsten Signale. Betrüger bevorzugen Methoden, die schwer zu blockieren oder anzufechten sind: Sofortüberweisungen, Aufladungen, Prepaid-Karten, Kryptowährungen, Geschenkkarten oder Zahlungen an Karteninhaber, die nicht regelmäßig Zahlungen leisten.

Aufmerksamkeit: Ein Verkäufer, der Kreditkarten oder PayPal ablehnt, einen erheblichen Rabatt für Banküberweisungen anbietet oder die Zahlung von einem persönlichen Konto verlangt, sollte als verdächtig gelten.
Was zu tun: Bezahlen Sie Waren und Dienstleistungen nach Möglichkeit mit Kreditkarte oder PayPal. Bewahren Sie Quittungen, E-Mails, Screenshots und Verkaufsbedingungen auf: Diese sind im Falle von Rückbuchungen oder Beschwerden hilfreich.

Anlagebetrügereien versprechen schnelle Gewinne, garantierte Renditen oder die Rückzahlung verlorener Gelder. Sie beginnen oft mit Anzeigen in sozialen Medien, Telefonanrufen, WhatsApp-Gruppen oder gefälschten Profilen, die sich als Anlageberater ausgeben. Zunächst werden fiktive Gewinne präsentiert, anschließend werden weitere Zahlungen für Gebühren, Kontoentsperrungen oder Provisionen verlangt.

Garantierte RückgabeIn der Finanzwelt gibt es keine gleichzeitige Existenz von hohen Renditen und niedrigem Risiko.
Geklonte PlattformenSie verwenden Websites und Dashboards, die erfundene Kontostände anzeigen.
AuslandskontenSie fordern Geldüberweisungen an nicht verifizierbare Unternehmen oder Einzelpersonen.
AufwachraumNach dem ersten Betrug verspricht jemand, das Geld zurückzuholen, indem er mehr verlangt.
Was zu tun: Prüfen Sie stets die Autorisierung des Vermittlers bei den zuständigen Behörden. Senden Sie keine Dokumente oder Geld an Personen, die Sie über Anzeigen oder Chats kennengelernt haben.

In den Bereichen Energie, Telekommunikation und wiederkehrende Dienstleistungen können Verbraucher unter Druck gesetzt werden, persönliche Daten, POD-, PDR-, Steuer- oder Kundennummern anzugeben. Diese Daten können genutzt werden, um unaufgefordert Verträge abzuschließen oder den Anbieter ohne deren informierte Einwilligung zu wechseln.

Falsche ÜberprüfungDer Anruf wird als Datenaktualisierung oder obligatorische Überprüfung dargestellt.
Geführte RegistrierungSie zwingen Sie, Ja zu Fragen zu sagen, die so gestaltet sind, dass sie eine Zustimmung vortäuschen.
Von Tür zu TürSie verlangen Unterschriften mit dem Hinweis, dass es sich nicht um einen Vertrag handelt.
Kommerzieller DruckSie drohen mit Gehaltserhöhungen, Versetzungen oder dem Verlust von Bonuszahlungen.
Was zu tun: Geben Sie Ihre Kontonummern nicht bei unerwünschten Anrufen preis. Sollten Sie einen unerwünschten Vertrag erhalten, reichen Sie umgehend eine schriftliche Beschwerde ein und bitten Sie um Unterstützung bei der Wiederherstellung Ihres Kontos und der Beilegung des Streitfalls.

Künstliche Intelligenz macht Betrugsmaschen glaubwürdiger: fehlerfreie E-Mails, perfekte Übersetzungen, kopierte Webseiten, imitierte Stimmen, gefälschte Videos und personalisierte Chats. Daher reicht es nicht mehr aus, nur nach Grammatikfehlern oder schlechter Grafik zu suchen.

Imitierte StimmeEine dringende Geldbitte kann scheinbar von einem Familienmitglied oder Kollegen stammen.
Gefälschte VideosBekannte Persönlichkeiten werden genutzt, um für nicht existierende Investitionen oder Boni zu werben.
Fehlerfreie E-MailDie Textqualität ist keine Garantie mehr für Zuverlässigkeit.
Realistische KloneLogos, Farben und Seiten können mit großer Präzision kopiert werden.
Was zu tun: Überprüfen Sie stets über einen zweiten Kanal: Rufen Sie eine bekannte Nummer an, besuchen Sie die offizielle Website und vertrauen Sie keinen Links oder Anhängen, die Sie in Nachrichten erhalten.

Die 5 Regeln, die Sie vor vielen Betrügereien schützen

1Stoppen

Im Notfall langsam fahren: Das ist das erste Mittel der Betrüger.

2Überprüfung

Nutzen Sie die offiziellen Kanäle, nicht die in der Nachricht erhaltenen Links oder Telefonnummern.

3Schutzcodes

OTP, PIN, Passwort und Kartendaten dürfen niemals weitergegeben werden.

4Sicher bezahlen

Vermeiden Sie Überweisungen und Aufladungen an Fremde. Bevorzugen Sie reversible Zahlungen.

5Bitten Sie um Hilfe

Sollten Sie Bedenken haben, melden Sie den Vorfall oder wenden Sie sich an eine Verbraucherorganisation.

Prüfen Sie dies bitte vor dem Klicken oder Bezahlen.

ShopSicuro kann Ihnen mithilfe einer Browsererweiterung dabei helfen, verdächtige Websites, Telefonnummern, QR-Codes, Verkaufsbedingungen und E-Mails zu überprüfen.

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